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alientimandClaude Opus 5 b9342d384c upgrade.sh und update.sh genuegen als einzelne Datei
Auf einer 1.2.8 liegt nichts von dieser Fassung -- upgrade.sh verlangte aber
ein install.sh daneben und brach sonst ab. Das war die falsche Voraussetzung
fuer genau den Fall, fuer den das Skript gedacht ist. Beide Skripte holen sich
das Release jetzt selbst:

    curl -fsSLO .../raw/branch/main/deploy/upgrade.sh
    sudo bash upgrade.sh --app tesm

Liegt das Skript in einem entpackten Release, wird dessen install.sh benutzt
statt eines Downloads: wer ein Paket ausgepackt hat, will nicht, dass ungefragt
ein anderes geladen wird. Mit --tag laesst sich eine Version festlegen.

Der Bootstrap steht wortgleich in beiden Dateien -- zwei eigenstaendige
Skripte koennen sich keine Datei teilen, und beide sollen allein genuegen. Ein
Hygienetest vergleicht die Bloecke, ein zweiter prueft, dass upgrade.sh kein
entpacktes Release mehr verlangt, ein dritter fuehrt den Block mit leerem PATH
aus und erwartet, dass er das fehlende Werkzeug benennt.

update.sh ruft install.sh nicht mehr per exec auf: dadurch lief die
Aufraeumfalle nie, und jedes Update liess ein entpacktes Release unter /tmp
liegen.

Ausserdem "opus" aus allen Beispielen genommen. Das war der Name der
Testinstanz neben der Fassung 1.x; seit dem Umbenennen heissen die
Installationen wie ihre Anwendung, und in einer Hilfe, die jemand anders liest,
ist "opus" ein Raetsel. In BETRIEB.md stand dabei zweimal /opt statt /srv.

Geprueft am System, nicht behauptet: die einzelne upgrade.sh hat eine echte
1.2.8 (Kopie des Archivs) **in dasselbe Verzeichnis** auf 2.0.8 gebracht --
Release geladen, 4 Clients, 2 Zugangsdaten und die DHCP-Konfiguration
uebernommen, Dienst laeuft, /login 200. Die Sicherung enthaelt die 1.2.8 samt
sqlite.db und fernet.key (Verzeichnis 0700, Passphrase 0600), und /tmp bleibt
leer. Danach dieselbe Probe mit der einzelnen update.sh.

Version 2.0.9.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-09-03 16:18:54 +02:00

498 lines
18 KiB
Markdown

# Betrieb
Dieses Dokument richtet sich an die Person, die die Anlage installiert,
aktualisiert und im Fehlerfall wieder zum Laufen bringt. Es beschreibt, was auf
dem Host tatsächlich passiert -- nicht, wie die Oberfläche bedient wird.
---
## 1. Was wo liegt
| Zweck | Pfad |
|---|---|
| Anwendung (Code, venv, statische Dateien) | `/srv/<name>/` |
| Instanzdaten (Datenbank, Schlüssel, Lizenz) | `/srv/<name>/data/` |
| Protokolle | `/var/log/<name>/` |
| Umgebungsdatei | `/etc/tesm/<name>.env` |
| Zertifikate (selbstsigniert) | `/etc/tesm/certs/<name>/` |
| nginx-Site | `/etc/nginx/sites-available/<name>` |
| systemd-Unit | `/etc/systemd/system/<name>.service` |
| Privilegierter Helfer | `/usr/local/lib/tesm/tesm-helper` |
| Verwaltungswerkzeug | `/usr/local/bin/<name>-admin` |
`<name>` ist `tesm` bzw. `tesm-license` -- oder, bei einer zusätzlichen
Instanz, `tesm-<instanz>`. Dieser Name (der **SITE_KEY**) benennt alles, was
ausserhalb von `/srv/<name>` liegt. Deshalb können zwei Installationen
derselben Anwendung nebeneinander laufen, ohne sich gegenseitig die
nginx-Site, die netplan-Datei oder das Sitzungscookie zu überschreiben.
Alles, was ein Mensch verlieren würde, liegt unter `data/`. Das Verzeichnis
wird von `install.sh` nie angefasst.
---
## 2. Installation
```bash
sudo bash deploy/install.sh --app tesm
sudo bash deploy/install.sh --app tesm-license
```
Wichtige Optionen:
| Option | Wirkung |
|---|---|
| `--https` | Port 443 mit TLS, Port 80 leitet dorthin um. Ohne `--domain` entsteht ein selbstsigniertes Zertifikat. |
| `--domain <name>` | Öffentlicher Name. Setzt `server_name`; die Site ist dann **nicht** mehr die Vorgabe-Site. |
| `--acme-email <a>` | Erst zusammen mit `--domain` wird ein Let's-Encrypt-Zertifikat angefordert (und HSTS gesetzt). Ohne die Adresse bleibt es selbstsigniert -- interne Namen wie `lizenz.firma.local` kann keine CA bestätigen. |
| `--instance <name>` | Zusätzliche Instanz neben der Hauptinstallation. |
| `--port` / `--http-port` / `--https-port` | Abweichende Ports (nur für Testinstanzen sinnvoll). |
| `--skip-packages` | Keine Systempakete installieren. |
Danach:
```bash
sudo -u tesm tesm-admin create-admin
```
Beim Lizenzserver zusätzlich, **in dieser Reihenfolge**:
```bash
sudo -u tesm-license tesm-license-admin init-key # Signaturschlüssel -- sofort sichern!
sudo -u tesm-license tesm-license-admin bootstrap # eigene Master-Lizenz
sudo -u tesm-license tesm-license-admin create-admin
```
> **Der Signaturschlüssel ist nicht wiederherstellbar.** Geht
> `data/master_signing_key.json` verloren, ist keine ausgestellte Lizenz mehr
> prüfbar. Sichern Sie ihn getrennt vom Server.
### Zwei Anwendungen auf einem Host
Beide wollen Port 80 und 443. nginx unterscheidet sie am Namen:
```bash
sudo bash deploy/install.sh --app tesm --https
sudo bash deploy/install.sh --app tesm-license --https --domain lizenz.firma.local
```
Die Installation **ohne** Domain wird zur Vorgabe-Site (`default_server`) und
beantwortet alles, was zu keinem Namen passt. Zwei namenlose Sites auf
demselben Port weist nginx ab -- richtig so, und beim Übernehmen sofort
sichtbar.
---
## 3. Aktualisierung
```bash
sudo bash deploy/install.sh --app tesm
```
Derselbe Befehl. Das Skript erkennt an der vorhandenen Datenbank, dass es eine
Aktualisierung ist, und tut dann zusätzlich:
1. **Vollständige Sicherung** nach `/srv/<name>-backup-<zeitstempel>` --
unabhängig davon, ob sich das Schema geändert hat.
2. Dateiabgleich; `data/` bleibt unangetastet.
3. Schema-Migrationen beim Start (versioniert, mit Prüfsumme).
4. **Gesundheitsprüfung.** Antwortet die Anwendung nicht, wird der alte Stand
automatisch zurückgeholt; die fehlgeschlagene Version bleibt unter
`/srv/<name>-failed-<zeitstempel>` zur Analyse liegen.
Eine bereits eingerichtete HTTPS-Konfiguration bleibt erhalten, auch ohne
`--https`.
### Ohne Quellbaum: `update.sh`
`update.sh` genügt als **einzelne Datei**. Auf einem System, auf dem noch nichts
von diesem Projekt liegt:
```bash
curl -fsSLO https://gitea.int.eertmoed.net/alientim/tesm/raw/branch/main/deploy/update.sh
sudo bash update.sh tesm
```
Auf einer bestehenden Installation liegt sie schon bereit:
```bash
sudo bash /srv/tesm/deploy/update.sh tesm
sudo bash /srv/tesm-license/deploy/update.sh tesm-license
```
Alles nach dem Tag geht unverändert an `install.sh` weiter -- das ist der Weg,
eine **benannte Instanz** zu aktualisieren:
```bash
sudo bash /srv/tesm/deploy/update.sh tesm
```
Ohne `--instance` entstünde daneben eine zweite Installation namens `tesm`, mit
eigener Datenbank und eigener nginx-Site. Die Ports einer bestehenden
Installation bleiben erhalten, auch wenn sie von den Vorgaben abweichen: eine
Aktualisierung verschiebt nichts, was nicht ausdrücklich neu gesetzt wird.
Ohne Tag wird `latest` **über die API aufgelöst**, nicht in die URL geschrieben:
Gitea liefert unter einem Tag-Namen sonst ein automatisch erzeugtes
Quell-Archiv mit HTTP 200 statt des echten Anhangs -- und das enthält kein
Release, sondern den Repositoriumsstand.
Die Bezugsquelle ist voreingestellt und lässt sich über die Umgebung umlenken,
etwa auf eine Spiegelung:
| Variable | Vorgabe |
|---|---|
| `TESM_RELEASE_BASE` | `https://gitea.int.eertmoed.net` |
| `TESM_RELEASE_OWNER` | `alientim` |
| `TESM_RELEASE_REPO` | der Anwendungsname (`tesm` bzw. `tesm-license`) |
Der erwartete Anhang heisst `<repo>-<tag>.tar.gz`.
### Upgrade vom Stand 1.x (Branch `SONNET5`)
Ein eigenes Skript, weil dabei mehr passiert als ein Dateiabgleich: die alte
Fassung hat ein anderes Schema, andere Rechteschlüssel und ein anderes
Exportformat.
Auch `upgrade.sh` genügt als **einzelne Datei** -- und das ist hier der
Regelfall: auf einer 1.2.8 liegt nichts von dieser Fassung.
```bash
curl -fsSLO https://gitea.int.eertmoed.net/alientim/tesm/raw/branch/main/deploy/upgrade.sh
sudo bash upgrade.sh --app tesm
```
Sie lädt das aktuelle Release, entpackt es und benutzt dessen `install.sh`.
Liegt das Skript in einem entpackten Release, wird dieses benutzt statt eines
Downloads -- wer ein Paket ausgepackt hat, will nicht, dass ungefragt ein
anderes geladen wird:
```bash
sudo bash deploy/upgrade.sh --app tesm
sudo bash deploy/upgrade.sh --app tesm-license
```
Eine bestimmte Version statt `latest`: `--tag v2.0.8`.
Ohne `--source` wird die alte Fassung an zwei Stellen gesucht: unter
`/srv/<app>` und unter `/srv/<app>-sonnet5`. Der zweite Ort ist der, an den
`rename.sh` sie verschiebt, sobald der Hauptname für die neue Installation
gebraucht wird -- danach liegt unter `/srv/<app>` die **laufende** Installation.
Erkannt wird eine 1.x an der `sqlite.db` im Wurzelverzeichnis; die neue Fassung
legt ihre Datenbank unter `data/app.db` ab.
Der Ablauf ist die Vorgabe und braucht keine Schalter:
| | |
|---|---|
| 1. Sichern | Vollständige Kopie der alten Installation nach `/srv/<name>-upgrade-<zeitstempel>/alt` (ohne `venv`, Verzeichnis 0700) |
| 2. Abschalten | Alter Dienst **und seine Timer** werden gestoppt und deaktiviert |
| 3. Installieren | `install.sh` dieses Verzeichnisses |
| 4. Exportieren | Aus der Kopie entsteht `export-alt.json` im **alten** Format |
| 5. Übersetzen | Daraus `import-neu.json` im neuen Format |
| 6. Einspielen | Diese Datei geht durch denselben Import wie eine Sicherung |
Warum die Sicherung **vor** dem Export steht: ohne `--instance` installiert
`install.sh` in dasselbe Verzeichnis und ersetzt die alte Installation. Wer
erst exportiert und dann sichert, sichert im schlechtesten Fall nichts mehr.
Gelesen wird ausschliesslich aus der Kopie -- die alte Installation wird nie
verändert.
Die beiden Zwischendateien bleiben liegen; ihre Passphrase steht daneben in
`passphrase.txt` (0600, Verzeichnis 0700). `export-alt.json` ist ein echter
Export des Vorgängers und taugt deshalb auch als Rückweg.
**Daneben statt darüber.** Mit `--instance` entsteht eine zweite Installation,
und die alte bleibt vollständig liegen:
```bash
sudo bash deploy/upgrade.sh --app tesm --instance test --keep-old-running --port 5100 --http-port 8080
```
**Was nicht mitkommt** -- und warum:
* **Lokale Konten.** Der alte Hash ist bcrypt, hier gilt Argon2id. Ein Hash
ist nicht umrechenbar; das ist sein Zweck. Erstes Konto mit
`tesm-admin create-admin`.
* **Gruppen und Rechte.** Die Rechteschlüssel wurden neu geschnitten.
* **LDAP, Webserver, Zertifikat.** Von Hand nachziehen.
Beim **Lizenzserver** gibt es Schritt 4 und 5 nicht: die Übernahme liest die
alte Datenbank unmittelbar, holt Endpunkt und Anbieterdaten aus ihren
Einstellungen und **signiert jede Lizenz neu**. Der alte Signaturschlüssel wird
dabei übernommen -- sonst müsste jeder Kunde einen Ausstellerwechsel
bestätigen; `--new-key` erzwingt das Gegenteil. Der Bericht nennt namentlich,
wer eine neue Lizenzdatei braucht, denn die Bindung an eine Maschine gilt nur
für die alte Datei.
Nur die Anwendung, ohne Daten: `--no-data`. Nur zeigen, was geschähe:
`--dry-run`.
---
## 4. HTTPS
Der Zielzustand ist immer: **Port 443 mit TLS, Port 80 leitet um, ausser dem
ACME-Pfad.**
Drei Wege dorthin:
**a) Bei der Installation** -- siehe oben, `--https`.
**b) Nachträglich über die Kommandozeile:**
```bash
sudo -u tesm tesm-admin web-setup --https --self-signed --apply
sudo -u tesm tesm-admin web-setup --https --domain tesm.firma.de \
--acme --acme-email it@firma.de --hsts --apply
```
`--print-config` zeigt die Datei, ohne etwas zu schreiben.
**c) In der Oberfläche** unter *Einstellungen -> Webserver und TLS*.
Danach muss `COOKIE_SECURE` in `/etc/tesm/<name>.env` auf `1` stehen (alle drei
Wege erledigen das selbst) und der Dienst neu gestartet werden.
### Die Site-Datei wird immer neu erzeugt
Sie ist **kein** Ort für Handarbeit. Jede Übernahme schreibt sie vollständig
aus der Vorlage neu. Was früher von Hand hineingeschrieben wurde -- Domain,
Ports, Zertifikatspfade, HSTS, Upload-Grenze -- ist heute Einstellung in der
Anwendung.
Der Grund steht im Vorgängerprojekt: dort wurde die Datei nur angelegt, wenn
sie fehlte. Ein einmal falscher `alias`-Pfad überlebte dadurch jahrelang jedes
Update, und die Oberfläche kam die ganze Zeit ohne Design.
### Selbstsigniert oder Let's Encrypt?
* **Öffentlich erreichbar, echter DNS-Name:** Let's Encrypt. Nur dann ist HSTS
sinnvoll.
* **Geschlossenes Netz:** selbstsigniert. Browser zeigen eine Warnung, die
Verbindung ist trotzdem verschlüsselt und das Sitzungscookie darf `Secure`
tragen. **HSTS hier nicht einschalten** -- der Browser merkt sich die Vorgabe
monatelang und die Warnung lässt sich dann nicht mehr wegklicken.
Die Erneuerung von Let's Encrypt läuft über `certbot certonly --webroot`
(bewusst nicht über das nginx-Plugin, das die erzeugte Site umschreiben
würde). Der ACME-Pfad bleibt auch bei aktiver Umleitung erreichbar.
---
## 4a. Anmeldebanner (MOTD)
`install.sh` legt `/etc/update-motd.d/50-<name>` an. Bei jeder SSH-Anmeldung
steht dann der Zustand der Installation im Login-Banner:
```
TESM · TimEShepManager
UEBERWACHEN · BOOTEN · ANBINDEN (DHCP) · BETRIEBSSYSTEM GEBEN (PXE)
3 Clients online · 0 nicht erreichbar · DHCP: 2 Leases aktiv
```
Das Skript liegt unter `/usr/local/lib/tesm/tesm-motd` und benutzt **nur die
Standardbibliothek**: kein venv, kein Import der Anwendung, die Datenbank wird
nur lesend geöffnet. Ein Lauf dauert Millisekunden. Der Vorgänger importierte
dafür die ganze Flask-Anwendung -- bei jeder Anmeldung, und nach einem Wechsel
des Quellverzeichnisses zeigte er stillschweigend die Zahlen einer Datenbank,
die niemand mehr füllte.
Von Hand prüfen:
```bash
sudo /usr/local/lib/tesm/tesm-motd --app tesm --root /srv/tesm-test
```
Der Aufruf im Banner ist mit `timeout 3` und `|| true` abgesichert: ein
hängender oder fehlschlagender Bannerlauf darf eine Anmeldung nie blockieren.
Ein Banner der Vorgängerfassung (`50-tesm`, das `motd_banner.py` aufruft) wird
entfernt -- nur dieses, nichts anderes in dem Verzeichnis.
---
## 4b. Installation umbenennen
Aus einer Instanz die Hauptinstallation machen (oder umgekehrt):
```bash
sudo bash deploy/rename.sh --app tesm --from tesm-test --to tesm
sudo bash deploy/rename.sh --app tesm-license --from tesm-license-test --to tesm-license
```
Der Name steckt an mehr Stellen als im Verzeichnisnamen, und drei davon sind
leicht zu übersehen:
* **`SITE_KEY`** in der Umgebungsdatei -- daraus entsteht der Name des
Sitzungscookies. Bleibt er alt, heisst das Cookie weiter wie die alte
Instanz.
* **`web_cert_path`, `web_key_path`, `web_acme_webroot`** in der Datenbank. Sie
enthalten den Namen; ein Zertifikat unter dem alten Pfad findet nginx nach
dem Umzug nicht mehr.
* **`server_name`** der nginx-Site. `install.sh` schreibt die Datei aus seiner
Vorlage neu, sobald sich die `alias`-Pfade ändern -- und die ändern sich hier
zwangsläufig. Ohne den Namen aus der Datenbank stünden danach zwei Sites mit
`server_name _` auf Port 80, und die erste gewinnt.
Ausserdem wird das **venv verworfen und neu gebaut**: seine Konsolenskripte
tragen den absoluten Pfad im Shebang, und nach dem Umzug zeigt
`venv/bin/gunicorn` auf einen Interpreter, den es nicht mehr gibt. systemd
meldet dann `No such file or directory` -- für eine Datei, die sichtbar da ist.
Belegt der Zielname noch eine Installation der Fassung 1.x, wandert **alles**,
was ihn belegt, in ein Archiv `/srv/<ziel>-sonnet5`: das Verzeichnis, die
Protokolle unter `/var/log/<ziel>`, der ACME-Pfad, die logrotate-Datei, und die
systemd-Units samt nginx-Site unter `systemd-alt/`. Gelöscht wird nichts.
Ports und HTTPS bleiben, wie sie waren; ein vorhandenes Zertifikat zieht mit
und wird weiterverwendet. **Alle angemeldeten Benutzer werden abgemeldet** --
das Sitzungscookie heisst danach anders.
Danach ist auch das Aktualisieren einfacher, weil der Instanzname wegfällt:
```bash
sudo bash /srv/tesm/deploy/update.sh tesm
```
---
## 5. Dienste
```bash
systemctl status tesm.service # Weboberfläche (gunicorn)
systemctl status tesm-monitor.service # Überwachungsschleife (nur TESM)
systemctl status tesm-license.service
journalctl -u tesm -n 100 -f
```
Die Units laufen unprivilegiert (`User=tesm`) mit
`NoNewPrivileges`, `ProtectSystem=strict`, `PrivateTmp` und einer engen
`RestrictAddressFamilies`-Liste. Schreibrechte gibt es nur auf `/srv/<name>/data`
und `/var/log/<name>`.
---
## 6. Root-Rechte
Die Anwendung hat keine. Alles, was Root braucht, geht durch **einen** Pfad:
```
/usr/local/lib/tesm/tesm-helper <verb> [argumente]
```
Der Helfer gehört `root`, ist per sudoers ausschliesslich für genau diesen
Pfad mit `NOPASSWD` freigegeben und prüft jedes Argument gegen eine
Positivliste. Er reicht nie etwas an eine Shell weiter (kein `eval`, kein
`sh -c`).
Verben ansehen:
```bash
sudo /usr/local/lib/tesm/tesm-helper
grep -n ')$' /usr/local/lib/tesm/tesm-helper
```
Regel für Änderungen: **Jedes neue Verb braucht eine Argumentprüfung.**
`tests/test_repo_hygiene.py` erzwingt, dass jedes der Anwendung bekannte Verb
im Helfer vorkommt und dass jede Pfadprüfung `..` abweist.
---
## 7. Sicherung und Wiederherstellung
In der Oberfläche unter *Sicherung* -- verschlüsselte Ausfuhr (Argon2id +
AES-256-GCM) mit einem selbst gewählten Kennwort. Der Import zeigt zuerst eine
Vorschau, bevor irgendetwas geschrieben wird.
Auf dem Host reicht:
```bash
sudo systemctl stop tesm
sudo tar -czf /root/tesm-data-$(date +%F).tar.gz -C /srv/tesm data
sudo systemctl start tesm
```
Unverzichtbar:
* `data/app.db` -- alle Daten
* `data/secret.key` -- ohne sie sind alle Sitzungen ungültig
* `data/data.keys` -- ohne sie sind **alle gespeicherten Geheimnisse verloren**
* `data/license.json` und `data/license_key.json`
* Lizenzserver zusätzlich: `data/master_signing_key.json`
---
## 8. Wenn etwas nicht geht
**Die Anwendung antwortet nicht.**
```bash
journalctl -u tesm -n 200 --no-pager
curl -s http://127.0.0.1:5000/gesundheit
```
Antwortet gunicorn, aber der Browser nicht, liegt es an nginx.
**nginx lässt sich nicht neu laden.**
```bash
sudo nginx -t
```
Die Übernahme aus der Anwendung nimmt eine abgelehnte Konfiguration selbst
zurück. Eine von Hand bearbeitete Datei tut das nicht -- in dem Fall hilft
`install.sh`, das eine unbrauchbare Site durch die Vorlage ersetzt.
**Anmeldung schlägt ohne Fehlermeldung fehl.**
Fast immer `COOKIE_SECURE=1` ohne HTTPS. Der Browser bekommt dann ein Cookie,
das er über HTTP nie zurücksendet.
```bash
grep COOKIE_SECURE /etc/tesm/tesm.env
```
**"Die Anfrage kam von einer fremden Herkunft (Origin/Referer)."**
Der Reverse Proxy reicht den Host falsch durch. In der Site-Datei muss
`proxy_set_header Host $http_host;` stehen -- **nicht** `$host`, das verwirft
den Port.
**Statische Dateien fehlen, die Oberfläche ist unformatiert.**
```bash
grep alias /etc/nginx/sites-available/tesm
ls /srv/tesm/static /srv/tesm/static-core
```
Beide `alias`-Pfade müssen in das Installationsverzeichnis zeigen.
**Zwei Instanzen stören sich.**
`SITE_KEY` in beiden `/etc/tesm/*.env` vergleichen -- er muss sich
unterscheiden. Sonst teilen sich beide nginx-Site und Sitzungscookie.
**Die Wartung meldet "Der SSH-Host-Schlüssel ist unbekannt".**
Kein Fehler, sondern die Absicht: ein Hintergrundauftrag darf keinen fremden
Schlüssel akzeptieren. Die Freigabe erfolgt von Hand, in zwei Schritten, auf
der Detailseite des Geräts (*Clients -> Gerät -> SSH-Host-Schlüssel*):
erst **Auslesen**, dann den Fingerprint mit einer unabhängigen Quelle
vergleichen, dann **Freigeben**. Die Wartungsübersicht zeigt in einer eigenen
Spalte, für welche Geräte das noch offen ist. Für Switche liegt dieselbe
Freigabe auf der Switch-Detailseite.
Der Schlüssel wird nach **IP und Port** gespeichert, nicht nach Name -- TESM
verbindet sich immer über die hinterlegte IP-Adresse. Ändert sich die IP
eines Geräts, ist der Schlüssel erneut freizugeben.
**Die Prüfkette des Änderungsprotokolls ist gebrochen.**
Unter *Diagnose* sichtbar. Das Protokoll ist verkettet gehasht; ein Bruch heisst,
dass jemand direkt in die Datenbank geschrieben hat. Der Eintrag, ab dem es
nicht mehr stimmt, wird genannt.
---
## 9. Zurück auf eine ältere Version
```bash
sudo systemctl stop tesm
sudo mv /srv/tesm /srv/tesm-kaputt
sudo cp -a /srv/tesm-backup-<zeitstempel> /srv/tesm
sudo systemctl start tesm
```
Schema-Migrationen laufen nur vorwärts. Ein Rücksprung über eine
Schema-Änderung hinweg braucht deshalb auch die Datenbank aus der Sicherung --
genau das liegt im Backup-Verzeichnis.