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T
alientimandClaude Opus 5 ab5fda658e Umlaute in der Oberflaeche, Sitzungskopplung, Statusanzeigen
Echte Umlaute in allen Texten der Oberflaeche und in den Markdown-Dateien.
Die Einbindung von Dateifreigaben haengt jetzt an der Sitzung: wird sie
widerrufen oder laeuft sie ab, verschwinden die Freigaben mit ihr. Neu
einstellbar ist die automatische Abmeldung bei Leerlauf (Vorgabe 30 Minuten).
Ein Geraet, das nicht antwortet, bietet nur noch "Einschalten (PoE)" an --
Neustart ueber SSH oder RPC braucht ein erreichbares Geraet. Der Zeitgeber der
naechsten Pruefung und die Restlaufzeit der Lizenz stehen jetzt oben in der
Kopfzeile; der doppelte Knopf darunter ist weg. Millisekunden werden ab einer
Sekunde als Sekunden und ab einer Minute als m:ss dargestellt.

Ausserdem: Release-Tarball nicht mehr im Repository -- er haengt am Release.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-09-02 23:54:35 +02:00

296 lines
10 KiB
Markdown

# Betrieb
Dieses Dokument richtet sich an die Person, die die Anlage installiert,
aktualisiert und im Fehlerfall wieder zum Laufen bringt. Es beschreibt, was auf
dem Host tatsächlich passiert -- nicht, wie die Oberfläche bedient wird.
---
## 1. Was wo liegt
| Zweck | Pfad |
|---|---|
| Anwendung (Code, venv, statische Dateien) | `/srv/<name>/` |
| Instanzdaten (Datenbank, Schlüssel, Lizenz) | `/srv/<name>/data/` |
| Protokolle | `/var/log/<name>/` |
| Umgebungsdatei | `/etc/tesm/<name>.env` |
| Zertifikate (selbstsigniert) | `/etc/tesm/certs/<name>/` |
| nginx-Site | `/etc/nginx/sites-available/<name>` |
| systemd-Unit | `/etc/systemd/system/<name>.service` |
| Privilegierter Helfer | `/usr/local/lib/tesm/tesm-helper` |
| Verwaltungswerkzeug | `/usr/local/bin/<name>-admin` |
`<name>` ist `tesm` bzw. `tesm-license` -- oder, bei einer zusätzlichen
Instanz, `tesm-<instanz>`. Dieser Name (der **SITE_KEY**) benennt alles, was
ausserhalb von `/srv/<name>` liegt. Deshalb können zwei Installationen
derselben Anwendung nebeneinander laufen, ohne sich gegenseitig die
nginx-Site, die netplan-Datei oder das Sitzungscookie zu überschreiben.
Alles, was ein Mensch verlieren würde, liegt unter `data/`. Das Verzeichnis
wird von `install.sh` nie angefasst.
---
## 2. Installation
```bash
sudo bash deploy/install.sh --app tesm
sudo bash deploy/install.sh --app tesm-license
```
Wichtige Optionen:
| Option | Wirkung |
|---|---|
| `--https` | Port 443 mit TLS, Port 80 leitet dorthin um. Ohne `--domain` entsteht ein selbstsigniertes Zertifikat. |
| `--domain <name>` | Öffentlicher Name. Setzt `server_name`; die Site ist dann **nicht** mehr die Vorgabe-Site. |
| `--acme-email <a>` | Erst zusammen mit `--domain` wird ein Let's-Encrypt-Zertifikat angefordert (und HSTS gesetzt). Ohne die Adresse bleibt es selbstsigniert -- interne Namen wie `lizenz.firma.local` kann keine CA bestätigen. |
| `--instance <name>` | Zusätzliche Instanz neben der Hauptinstallation. |
| `--port` / `--http-port` / `--https-port` | Abweichende Ports (nur für Testinstanzen sinnvoll). |
| `--skip-packages` | Keine Systempakete installieren. |
Danach:
```bash
sudo -u tesm tesm-admin create-admin
```
Beim Lizenzserver zusätzlich, **in dieser Reihenfolge**:
```bash
sudo -u tesm-license tesm-license-admin init-key # Signaturschlüssel -- sofort sichern!
sudo -u tesm-license tesm-license-admin bootstrap # eigene Master-Lizenz
sudo -u tesm-license tesm-license-admin create-admin
```
> **Der Signaturschlüssel ist nicht wiederherstellbar.** Geht
> `data/master_signing_key.json` verloren, ist keine ausgestellte Lizenz mehr
> prüfbar. Sichern Sie ihn getrennt vom Server.
### Zwei Anwendungen auf einem Host
Beide wollen Port 80 und 443. nginx unterscheidet sie am Namen:
```bash
sudo bash deploy/install.sh --app tesm --https
sudo bash deploy/install.sh --app tesm-license --https --domain lizenz.firma.local
```
Die Installation **ohne** Domain wird zur Vorgabe-Site (`default_server`) und
beantwortet alles, was zu keinem Namen passt. Zwei namenlose Sites auf
demselben Port weist nginx ab -- richtig so, und beim Übernehmen sofort
sichtbar.
---
## 3. Aktualisierung
```bash
sudo bash deploy/install.sh --app tesm
```
Derselbe Befehl. Das Skript erkennt an der vorhandenen Datenbank, dass es eine
Aktualisierung ist, und tut dann zusätzlich:
1. **Vollständige Sicherung** nach `/srv/<name>-backup-<zeitstempel>` --
unabhängig davon, ob sich das Schema geändert hat.
2. Dateiabgleich; `data/` bleibt unangetastet.
3. Schema-Migrationen beim Start (versioniert, mit Prüfsumme).
4. **Gesundheitsprüfung.** Antwortet die Anwendung nicht, wird der alte Stand
automatisch zurückgeholt; die fehlgeschlagene Version bleibt unter
`/srv/<name>-failed-<zeitstempel>` zur Analyse liegen.
Eine bereits eingerichtete HTTPS-Konfiguration bleibt erhalten, auch ohne
`--https`.
---
## 4. HTTPS
Der Zielzustand ist immer: **Port 443 mit TLS, Port 80 leitet um, ausser dem
ACME-Pfad.**
Drei Wege dorthin:
**a) Bei der Installation** -- siehe oben, `--https`.
**b) Nachträglich über die Kommandozeile:**
```bash
sudo -u tesm tesm-admin web-setup --https --self-signed --apply
sudo -u tesm tesm-admin web-setup --https --domain tesm.firma.de \
--acme --acme-email it@firma.de --hsts --apply
```
`--print-config` zeigt die Datei, ohne etwas zu schreiben.
**c) In der Oberfläche** unter *Einstellungen -> Webserver und TLS*.
Danach muss `COOKIE_SECURE` in `/etc/tesm/<name>.env` auf `1` stehen (alle drei
Wege erledigen das selbst) und der Dienst neu gestartet werden.
### Die Site-Datei wird immer neu erzeugt
Sie ist **kein** Ort für Handarbeit. Jede Übernahme schreibt sie vollständig
aus der Vorlage neu. Was früher von Hand hineingeschrieben wurde -- Domain,
Ports, Zertifikatspfade, HSTS, Upload-Grenze -- ist heute Einstellung in der
Anwendung.
Der Grund steht im Vorgängerprojekt: dort wurde die Datei nur angelegt, wenn
sie fehlte. Ein einmal falscher `alias`-Pfad überlebte dadurch jahrelang jedes
Update, und die Oberfläche kam die ganze Zeit ohne Design.
### Selbstsigniert oder Let's Encrypt?
* **Öffentlich erreichbar, echter DNS-Name:** Let's Encrypt. Nur dann ist HSTS
sinnvoll.
* **Geschlossenes Netz:** selbstsigniert. Browser zeigen eine Warnung, die
Verbindung ist trotzdem verschlüsselt und das Sitzungscookie darf `Secure`
tragen. **HSTS hier nicht einschalten** -- der Browser merkt sich die Vorgabe
monatelang und die Warnung lässt sich dann nicht mehr wegklicken.
Die Erneuerung von Let's Encrypt läuft über `certbot certonly --webroot`
(bewusst nicht über das nginx-Plugin, das die erzeugte Site umschreiben
würde). Der ACME-Pfad bleibt auch bei aktiver Umleitung erreichbar.
---
## 5. Dienste
```bash
systemctl status tesm.service # Weboberfläche (gunicorn)
systemctl status tesm-monitor.service # Überwachungsschleife (nur TESM)
systemctl status tesm-license.service
journalctl -u tesm -n 100 -f
```
Die Units laufen unprivilegiert (`User=tesm`) mit
`NoNewPrivileges`, `ProtectSystem=strict`, `PrivateTmp` und einer engen
`RestrictAddressFamilies`-Liste. Schreibrechte gibt es nur auf `/srv/<name>/data`
und `/var/log/<name>`.
---
## 6. Root-Rechte
Die Anwendung hat keine. Alles, was Root braucht, geht durch **einen** Pfad:
```
/usr/local/lib/tesm/tesm-helper <verb> [argumente]
```
Der Helfer gehört `root`, ist per sudoers ausschliesslich für genau diesen
Pfad mit `NOPASSWD` freigegeben und prüft jedes Argument gegen eine
Positivliste. Er reicht nie etwas an eine Shell weiter (kein `eval`, kein
`sh -c`).
Verben ansehen:
```bash
sudo /usr/local/lib/tesm/tesm-helper
grep -n ')$' /usr/local/lib/tesm/tesm-helper
```
Regel für Änderungen: **Jedes neue Verb braucht eine Argumentprüfung.**
`tests/test_repo_hygiene.py` erzwingt, dass jedes der Anwendung bekannte Verb
im Helfer vorkommt und dass jede Pfadprüfung `..` abweist.
---
## 7. Sicherung und Wiederherstellung
In der Oberfläche unter *Sicherung* -- verschlüsselte Ausfuhr (Argon2id +
AES-256-GCM) mit einem selbst gewählten Kennwort. Der Import zeigt zuerst eine
Vorschau, bevor irgendetwas geschrieben wird.
Auf dem Host reicht:
```bash
sudo systemctl stop tesm
sudo tar -czf /root/tesm-data-$(date +%F).tar.gz -C /srv/tesm data
sudo systemctl start tesm
```
Unverzichtbar:
* `data/app.db` -- alle Daten
* `data/secret.key` -- ohne sie sind alle Sitzungen ungültig
* `data/data.keys` -- ohne sie sind **alle gespeicherten Geheimnisse verloren**
* `data/license.json` und `data/license_key.json`
* Lizenzserver zusätzlich: `data/master_signing_key.json`
---
## 8. Wenn etwas nicht geht
**Die Anwendung antwortet nicht.**
```bash
journalctl -u tesm -n 200 --no-pager
curl -s http://127.0.0.1:5000/gesundheit
```
Antwortet gunicorn, aber der Browser nicht, liegt es an nginx.
**nginx lässt sich nicht neu laden.**
```bash
sudo nginx -t
```
Die Übernahme aus der Anwendung nimmt eine abgelehnte Konfiguration selbst
zurück. Eine von Hand bearbeitete Datei tut das nicht -- in dem Fall hilft
`install.sh`, das eine unbrauchbare Site durch die Vorlage ersetzt.
**Anmeldung schlägt ohne Fehlermeldung fehl.**
Fast immer `COOKIE_SECURE=1` ohne HTTPS. Der Browser bekommt dann ein Cookie,
das er über HTTP nie zurücksendet.
```bash
grep COOKIE_SECURE /etc/tesm/tesm.env
```
**"Die Anfrage kam von einer fremden Herkunft (Origin/Referer)."**
Der Reverse Proxy reicht den Host falsch durch. In der Site-Datei muss
`proxy_set_header Host $http_host;` stehen -- **nicht** `$host`, das verwirft
den Port.
**Statische Dateien fehlen, die Oberfläche ist unformatiert.**
```bash
grep alias /etc/nginx/sites-available/tesm
ls /srv/tesm/static /srv/tesm/static-core
```
Beide `alias`-Pfade müssen in das Installationsverzeichnis zeigen.
**Zwei Instanzen stören sich.**
`SITE_KEY` in beiden `/etc/tesm/*.env` vergleichen -- er muss sich
unterscheiden. Sonst teilen sich beide nginx-Site und Sitzungscookie.
**Die Wartung meldet "Der SSH-Host-Schlüssel ist unbekannt".**
Kein Fehler, sondern die Absicht: ein Hintergrundauftrag darf keinen fremden
Schlüssel akzeptieren. Die Freigabe erfolgt von Hand, in zwei Schritten, auf
der Detailseite des Geräts (*Clients -> Gerät -> SSH-Host-Schlüssel*):
erst **Auslesen**, dann den Fingerprint mit einer unabhängigen Quelle
vergleichen, dann **Freigeben**. Die Wartungsübersicht zeigt in einer eigenen
Spalte, für welche Geräte das noch offen ist. Für Switche liegt dieselbe
Freigabe auf der Switch-Detailseite.
Der Schlüssel wird nach **IP und Port** gespeichert, nicht nach Name -- TESM
verbindet sich immer über die hinterlegte IP-Adresse. Ändert sich die IP
eines Geräts, ist der Schlüssel erneut freizugeben.
**Die Prüfkette des Änderungsprotokolls ist gebrochen.**
Unter *Diagnose* sichtbar. Das Protokoll ist verkettet gehasht; ein Bruch heisst,
dass jemand direkt in die Datenbank geschrieben hat. Der Eintrag, ab dem es
nicht mehr stimmt, wird genannt.
---
## 9. Zurück auf eine ältere Version
```bash
sudo systemctl stop tesm
sudo mv /srv/tesm /srv/tesm-kaputt
sudo cp -a /srv/tesm-backup-<zeitstempel> /srv/tesm
sudo systemctl start tesm
```
Schema-Migrationen laufen nur vorwärts. Ein Rücksprung über eine
Schema-Änderung hinweg braucht deshalb auch die Datenbank aus der Sicherung --
genau das liegt im Backup-Verzeichnis.