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tesm-license/docs/SICHERHEIT.md
T
alientimandClaude Opus 5 ab5fda658e Umlaute in der Oberflaeche, Sitzungskopplung, Statusanzeigen
Echte Umlaute in allen Texten der Oberflaeche und in den Markdown-Dateien.
Die Einbindung von Dateifreigaben haengt jetzt an der Sitzung: wird sie
widerrufen oder laeuft sie ab, verschwinden die Freigaben mit ihr. Neu
einstellbar ist die automatische Abmeldung bei Leerlauf (Vorgabe 30 Minuten).
Ein Geraet, das nicht antwortet, bietet nur noch "Einschalten (PoE)" an --
Neustart ueber SSH oder RPC braucht ein erreichbares Geraet. Der Zeitgeber der
naechsten Pruefung und die Restlaufzeit der Lizenz stehen jetzt oben in der
Kopfzeile; der doppelte Knopf darunter ist weg. Millisekunden werden ab einer
Sekunde als Sekunden und ab einer Minute als m:ss dargestellt.

Ausserdem: Release-Tarball nicht mehr im Repository -- er haengt am Release.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-09-02 23:54:35 +02:00

7.0 KiB

Sicherheit

Was geschützt wird, womit, und wo bewusst Grenzen gezogen sind.


1. Anmeldung

Speicherung Argon2id (argon2-cffi)
Altbestand bcrypt wird noch geprüft und bei der nächsten erfolgreichen Anmeldung stillschweigend auf Argon2id umgestellt
Zweiter Faktor TOTP, optional erzwingbar für Administratoren
Sperre je Konto nach LOGIN_MAX_ATTEMPTS Versuchen
Sperre je Adresse zusätzlich LOGIN_MAX_ATTEMPTS_PER_IP -- sonst lässt sich die Kontosperre umgehen, indem man viele Konten je einmal probiert
Verzeichnisdienst LDAP nur über TLS, Zertifikat wird geprüft. Ohne gültiges Zertifikat keine Anmeldung -- kein Schalter, der das abschaltet

Nach einer Anmeldung wird die Sitzungskennung neu vergeben (gegen Session Fixation) und das CSRF-Token gewechselt.

Erneute Bestätigung ("sudo-Modus")

Alles, was Geheimnisse offenlegt oder Daten aus dem System herausträgt, verlangt eine frische Passworteingabe: Klartextanzeige von Zugangsdaten, Ausfuhr, Herunterladen eines Lizenzbundles, Schlüsselrotation, 2FA-Änderungen, Deaktivierung einer Lizenz.

Ein übernommenes Sitzungscookie allein reicht dafür nicht.


2. Sitzungen

Serverseitig in SQLite, nicht im Cookie. Das Cookie trägt nur eine Zufallskennung.

  • HttpOnly, SameSite=Lax, Secure sobald HTTPS eingerichtet ist
  • Leerlaufzeit und absolute Höchstdauer
  • Der Cookiename enthält den SITE_KEY -- zwei Installationen auf einem Host können sich die Sitzung nicht gegenseitig überschreiben (Cookies unterscheiden keine Ports)
  • Aktive Sitzungen sind einsehbar und einzeln beendbar

3. CSRF

Drei voneinander unabhängige Schichten:

  1. SameSite=Lax am Sitzungscookie.
  2. Ein Token je Sitzung, in jedem Formular, in konstanter Zeit verglichen.
  3. Origin-/Referer-Prüfung gegen den Host der Anfrage.

Die dritte Schicht akzeptiert den Host mit und ohne Port sowie die Standardports -- nicht aber beliebige Ports: ein anderer Dienst auf demselben Rechner ist ein anderer Ursprung.

Der Vorgänger hatte gar keinen CSRF-Schutz. Eine präparierte Seite konnte im Namen eines angemeldeten Administrators Geräte löschen oder Benutzer anlegen.

Ausnahmen (@csrf.exempt) gibt es nur für Maschinenschnittstellen, die sich nicht über Cookies autorisieren. Eine cookie-autorisierte Route ohne CSRF-Schutz wäre eine Lücke.


4. Header

Bei jeder Antwort:

  • Content-Security-Policy mit einem Nonce je Anfrage. Kein unsafe-inline für Skripte -- deshalb gibt es im ganzen Projekt kein Inline-Script ohne Nonce, und JavaScript hängt über data-behavior-Attribute am DOM. style-src erlaubt unsafe-inline, weil einzelne berechnete Breiten (Fortschrittsbalken) als Style-Attribut gesetzt werden; Style-Attribute führen keinen Code aus.
  • X-Content-Type-Options: nosniff
  • X-Frame-Options: DENY, frame-ancestors 'none'
  • Referrer-Policy: same-origin
  • Permissions-Policy -- Kamera, Mikrofon, Ort, Zahlung, USB abgeschaltet
  • Cross-Origin-Opener-Policy, Cross-Origin-Resource-Policy
  • Strict-Transport-Security nur, wenn TLS tatsächlich terminiert wird

HSTS gehört nicht zu einem selbstsignierten Zertifikat. Der Browser merkt sich die Vorgabe monatelang; die Warnung lässt sich danach nicht mehr wegklicken. install.sh setzt HSTS deshalb nur zusammen mit Let's Encrypt.


5. Geheimnisse im Ruhezustand

Ein Schlüsselspeicher mit AES-256-GCM (data/data.keys, Modus 0600):

  • Versionierte Schlüssel, rotierbar. Chiffrate tragen ihre Schlüsselkennung (v1.<id>.<nonce>.<ct>) und bleiben nach einer Rotation lesbar.
  • Der Verwendungszweck geht als AAD in die Verschlüsselung ein. Ein Chiffrat aus einem Kontext lässt sich in einem anderen nicht entschlüsseln.
  • Beim Start wird geprüft, ob die Rechte auf Schlüssel- und Lizenzdateien noch stimmen; Abweichungen erscheinen unter Diagnose.

Passwörter für Mounts gehen über stdin an den privilegierten Helfer, der sie in eine 0600-Datei schreibt -- nie als Kommandozeilenargument (Prozessliste) und nie über die Umgebung (/proc/<pid>/environ).


6. Rechtetrennung auf dem Host

Der Webprozess läuft als tesm bzw. tesm-license. Root-Aktionen gehen durch genau einen allowlisted Helfer (/usr/local/lib/tesm/tesm-helper), der per sudoers ausschliesslich für diesen Pfad freigegeben ist.

Regeln, die im Repository durch Tests erzwungen werden:

  • Jedes Verb, das die Anwendung kennt, existiert im Helfer.
  • Kein eval, kein bash -c, kein sh -c.
  • Jede Pfadprüfung weist .. ab -- sonst lässt sich eine Positivliste über den Basisnamen unterlaufen (/etc/nginx/sites-available/../../../root/x hat den zulässigen Basisnamen x).
  • Der Instanzname ist auf tesm[-<instanz>] begrenzt; er landet in Pfaden.
  • Keine sudoers-Regel ausser der einen. NOPASSWD: ALL gibt es nicht.

Die systemd-Units haben NoNewPrivileges=yes, ProtectSystem=strict, PrivateTmp=yes und eine enge RestrictAddressFamilies-Liste.

Der Vorgänger liess die komplette Flask-Anwendung als root laufen. Eine einzige Lücke in irgendeinem Pfad hätte den Host bedeutet.


7. Änderungsprotokoll

Verkettet gehasht: jeder Eintrag enthält den Hash seines Vorgängers. Ein nachträgliches Ändern oder Löschen fällt auf und wird unter Diagnose angezeigt, mitsamt dem Eintrag, ab dem die Kette bricht.

Protokolliert wird, wer was wann von welcher Adresse getan hat -- ausdrücklich auch Lesezugriffe auf Geheimnisse (credential.secret_revealed).

Ältere Tage wandern in JSONL-Archive und lassen sich als ZIP herunterladen.


8. Lizenzprotokoll

Siehe ARCHITEKTUR.md, Abschnitt Lizenzierung. Kurz: getrennte Signaturkontexte, kanonisches JSON, Nonce gegen Wiedereinspielung, Frischefenster, seq gegen Rückstufung, Antwort an die Anfrage gebunden, Aussteller-Pinning.

Das Auslieferungsbundle enthält den privaten Clientschlüssel und ist damit selbst ein Geheimnis: eigenes Recht (licenses.export), frische Passwortbestätigung, Cache-Control: no-store, Eintrag im Zustell- und im Änderungsprotokoll.


9. Ein- und Ausfuhr

Verschlüsselte Umschläge (Argon2id-Ableitung + AES-256-GCM) mit einem selbst gewählten Kennwort. Der Import zeigt eine Vorschau, bevor etwas geschrieben wird; die Vorschau liegt in der Datenbank, nicht im Prozessspeicher -- deshalb braucht der Dienst kein --workers 1 mehr.


10. Bewusst nicht getan

  • Kein Schalter, der die LDAP-Zertifikatsprüfung abschaltet. Wer ihn einmal setzt, setzt ihn dauerhaft.
  • Kein CSRF-Freibrief für cookie-autorisierte Routen.
  • Kein unsafe-inline für Skripte, auch nicht "vorübergehend".
  • Keine Rechteausweitung, auch nicht für Administratoren untereinander.
  • Kein Hostname im Lizenz-Fingerabdruck -- Umbenennen darf die Bindung nicht brechen.
  • Keine von Hand gepflegte nginx-Site. Sie wird immer neu erzeugt.

11. Wenn Sie eine Schwachstelle finden

Bitte nicht öffentlich melden. Wenden Sie sich an die im Anbieterprofil des Lizenzservers hinterlegte Adresse.