Vollstaendiger Neubau der Anwendung. Der vorherige Stand bleibt unveraendert im Zweig SONNET5 erhalten. Aufbau: apps/tesm (Anwendung), packages/tesm-core (gemeinsamer Kern), packages/tesm-licensing (Lizenzprotokoll), deploy (Installation, systemd, privilegierter Helfer), docs, tests. Der Lizenzserver liegt in seinem eigenen Repository; beide Repositorien bringen die gemeinsamen Pakete mit, damit sich jedes allein installieren laesst. Die wichtigsten Unterschiede zum Vorgaenger, jeweils an der Stelle im Code kommentiert, an der der Fehler entstanden ist: * Der Webprozess laeuft unprivilegiert. Alles, was Root braucht, geht ueber einen einzigen Helfer mit Positivlisten fuer jedes Argument. * CSRF-Schutz ueberhaupt -- der Vorgaenger hatte keinen. * Rechte werden serverseitig geprueft, nicht nur im Template ausgeblendet. * Die nginx-Site wird bei jedem Lauf inhaltlich verglichen und erneuert. * Jede erzeugte Konfiguration wird vor dem Uebernehmen geprueft (nginx, Kea). * Kein Hostname im Lizenz-Fingerabdruck. * Zwei Installationen auf einem Host stoeren sich nicht (eigener SITE_KEY). * Verschachtelte Datenbankverbindungen sind ein Fehler, kein Deadlock. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
7.0 KiB
Sicherheit
Was geschuetzt wird, womit, und wo bewusst Grenzen gezogen sind.
1. Anmeldung
| Speicherung | Argon2id (argon2-cffi) |
| Altbestand | bcrypt wird noch geprueft und bei der naechsten erfolgreichen Anmeldung stillschweigend auf Argon2id umgestellt |
| Zweiter Faktor | TOTP, optional erzwingbar fuer Administratoren |
| Sperre je Konto | nach LOGIN_MAX_ATTEMPTS Versuchen |
| Sperre je Adresse | zusaetzlich LOGIN_MAX_ATTEMPTS_PER_IP -- sonst laesst sich die Kontosperre umgehen, indem man viele Konten je einmal probiert |
| Verzeichnisdienst | LDAP nur ueber TLS, Zertifikat wird geprueft. Ohne gueltiges Zertifikat keine Anmeldung -- kein Schalter, der das abschaltet |
Nach einer Anmeldung wird die Sitzungskennung neu vergeben (gegen Session Fixation) und das CSRF-Token gewechselt.
Erneute Bestaetigung ("sudo-Modus")
Alles, was Geheimnisse offenlegt oder Daten aus dem System heraustraegt, verlangt eine frische Passworteingabe: Klartextanzeige von Zugangsdaten, Ausfuhr, Herunterladen eines Lizenzbundles, Schluesselrotation, 2FA-Aenderungen, Deaktivierung einer Lizenz.
Ein uebernommenes Sitzungscookie allein reicht dafuer nicht.
2. Sitzungen
Serverseitig in SQLite, nicht im Cookie. Das Cookie traegt nur eine Zufallskennung.
HttpOnly,SameSite=Lax,Securesobald HTTPS eingerichtet ist- Leerlaufzeit und absolute Hoechstdauer
- Der Cookiename enthaelt den
SITE_KEY-- zwei Installationen auf einem Host koennen sich die Sitzung nicht gegenseitig ueberschreiben (Cookies unterscheiden keine Ports) - Aktive Sitzungen sind einsehbar und einzeln beendbar
3. CSRF
Drei voneinander unabhaengige Schichten:
SameSite=Laxam Sitzungscookie.- Ein Token je Sitzung, in jedem Formular, in konstanter Zeit verglichen.
- Origin-/Referer-Pruefung gegen den Host der Anfrage.
Die dritte Schicht akzeptiert den Host mit und ohne Port sowie die Standardports -- nicht aber beliebige Ports: ein anderer Dienst auf demselben Rechner ist ein anderer Ursprung.
Der Vorgaenger hatte gar keinen CSRF-Schutz. Eine praeparierte Seite konnte im Namen eines angemeldeten Administrators Geraete loeschen oder Benutzer anlegen.
Ausnahmen (@csrf.exempt) gibt es nur fuer Maschinenschnittstellen, die sich
nicht ueber Cookies autorisieren. Eine cookie-autorisierte Route ohne
CSRF-Schutz waere eine Luecke.
4. Header
Bei jeder Antwort:
Content-Security-Policymit einem Nonce je Anfrage. Keinunsafe-inlinefuer Skripte -- deshalb gibt es im ganzen Projekt kein Inline-Script ohne Nonce, und JavaScript haengt ueberdata-behavior-Attribute am DOM.style-srcerlaubtunsafe-inline, weil einzelne berechnete Breiten (Fortschrittsbalken) als Style-Attribut gesetzt werden; Style-Attribute fuehren keinen Code aus.X-Content-Type-Options: nosniffX-Frame-Options: DENY,frame-ancestors 'none'Referrer-Policy: same-originPermissions-Policy-- Kamera, Mikrofon, Ort, Zahlung, USB abgeschaltetCross-Origin-Opener-Policy,Cross-Origin-Resource-PolicyStrict-Transport-Securitynur, wenn TLS tatsaechlich terminiert wird
HSTS gehoert nicht zu einem selbstsignierten Zertifikat. Der Browser merkt sich die Vorgabe monatelang; die Warnung laesst sich danach nicht mehr wegklicken.
install.shsetzt HSTS deshalb nur zusammen mit Let's Encrypt.
5. Geheimnisse im Ruhezustand
Ein Schluesselspeicher mit AES-256-GCM (data/data.keys, Modus 0600):
- Versionierte Schluessel, rotierbar. Chiffrate tragen ihre Schluesselkennung
(
v1.<id>.<nonce>.<ct>) und bleiben nach einer Rotation lesbar. - Der Verwendungszweck geht als AAD in die Verschluesselung ein. Ein Chiffrat aus einem Kontext laesst sich in einem anderen nicht entschluesseln.
- Beim Start wird geprueft, ob die Rechte auf Schluessel- und Lizenzdateien noch stimmen; Abweichungen erscheinen unter Diagnose.
Passwoerter fuer Mounts gehen ueber stdin an den privilegierten Helfer, der
sie in eine 0600-Datei schreibt -- nie als Kommandozeilenargument (Prozessliste)
und nie ueber die Umgebung (/proc/<pid>/environ).
6. Rechtetrennung auf dem Host
Der Webprozess laeuft als tesm bzw. tesm-license. Root-Aktionen gehen durch
genau einen allowlisted Helfer (/usr/local/lib/tesm/tesm-helper), der per
sudoers ausschliesslich fuer diesen Pfad freigegeben ist.
Regeln, die im Repository durch Tests erzwungen werden:
- Jedes Verb, das die Anwendung kennt, existiert im Helfer.
- Kein
eval, keinbash -c, keinsh -c. - Jede Pfadpruefung weist
..ab -- sonst laesst sich eine Positivliste ueber den Basisnamen unterlaufen (/etc/nginx/sites-available/../../../root/xhat den zulaessigen Basisnamenx). - Der Instanzname ist auf
tesm[-<instanz>]begrenzt; er landet in Pfaden. - Keine sudoers-Regel ausser der einen.
NOPASSWD: ALLgibt es nicht.
Die systemd-Units haben NoNewPrivileges=yes, ProtectSystem=strict,
PrivateTmp=yes und eine enge RestrictAddressFamilies-Liste.
Der Vorgaenger liess die komplette Flask-Anwendung als root laufen. Eine einzige Luecke in irgendeinem Pfad haette den Host bedeutet.
7. Aenderungsprotokoll
Verkettet gehasht: jeder Eintrag enthaelt den Hash seines Vorgaengers. Ein nachtraegliches Aendern oder Loeschen faellt auf und wird unter Diagnose angezeigt, mitsamt dem Eintrag, ab dem die Kette bricht.
Protokolliert wird, wer was wann von welcher Adresse getan hat -- ausdruecklich
auch Lesezugriffe auf Geheimnisse (credential.secret_revealed).
Aeltere Tage wandern in JSONL-Archive und lassen sich als ZIP herunterladen.
8. Lizenzprotokoll
Siehe ARCHITEKTUR.md, Abschnitt Lizenzierung. Kurz:
getrennte Signaturkontexte, kanonisches JSON, Nonce gegen Wiedereinspielung,
Frischefenster, seq gegen Rueckstufung, Antwort an die Anfrage gebunden,
Aussteller-Pinning.
Das Auslieferungsbundle enthaelt den privaten Clientschluessel und ist damit
selbst ein Geheimnis: eigenes Recht (licenses.export), frische
Passwortbestaetigung, Cache-Control: no-store, Eintrag im Zustell- und im
Aenderungsprotokoll.
9. Ein- und Ausfuhr
Verschluesselte Umschlaege (Argon2id-Ableitung + AES-256-GCM) mit einem selbst
gewaehlten Kennwort. Der Import zeigt eine Vorschau, bevor etwas geschrieben
wird; die Vorschau liegt in der Datenbank, nicht im Prozessspeicher -- deshalb
braucht der Dienst kein --workers 1 mehr.
10. Bewusst nicht getan
- Kein Schalter, der die LDAP-Zertifikatspruefung abschaltet. Wer ihn einmal setzt, setzt ihn dauerhaft.
- Kein CSRF-Freibrief fuer cookie-autorisierte Routen.
- Kein
unsafe-inlinefuer Skripte, auch nicht "voruebergehend". - Keine Rechteausweitung, auch nicht fuer Administratoren untereinander.
- Kein Hostname im Lizenz-Fingerabdruck -- Umbenennen darf die Bindung nicht brechen.
- Keine von Hand gepflegte nginx-Site. Sie wird immer neu erzeugt.
11. Wenn Sie eine Schwachstelle finden
Bitte nicht oeffentlich melden. Wenden Sie sich an die im Anbieterprofil des Lizenzservers hinterlegte Adresse.