TESM-Lizenzserver 2.0.0 -- Neubau

Vollstaendiger Neubau der Anwendung. Der vorherige Stand bleibt unveraendert
im Zweig SONNET5 erhalten.

Aufbau: apps/tesm-license (Anwendung), packages/tesm-core (gemeinsamer Kern),
packages/tesm-licensing (Lizenzprotokoll), deploy (Installation, systemd,
privilegierter Helfer), docs, tests. Die verwaltete Anwendung liegt in ihrem
eigenen Repository; beide Repositorien bringen die gemeinsamen Pakete mit,
damit sich jedes allein installieren laesst.

Die wichtigsten Unterschiede zum Vorgaenger:

* Keine doppelte licensing.py -- ein Paket, das beide Anwendungen
  installieren, statt zweier Dateien, die byte-identisch bleiben sollen.
* Der Webprozess laeuft unprivilegiert; alles, was Root braucht, geht ueber
  einen einzigen Helfer mit Positivlisten fuer jedes Argument.
* CSRF-Schutz ueberhaupt -- der Vorgaenger hatte keinen.
* Rechte werden serverseitig geprueft, nicht nur im Template ausgeblendet.
* Keine Lizenz ohne master_endpoint: eine Ausstellung ohne Endpunkt wird
  abgelehnt statt eine Lizenz zu erzeugen, die sich nie aktivieren kann.
* Offline-Aktivierung in beide Richtungen; die Lizenz bleibt als
  "Aktivierung offen" markiert, bis sie zurueckkommt.
* Getrennte Signaturkontexte je Nachrichtenart, Nonce gegen Wiedereinspielung,
  seq gegen das Zurueckrollen auf eine aeltere Lizenz.
* Kein Hostname im Maschinen-Fingerabdruck.
* Verschachtelte Datenbankverbindungen sind ein Fehler, kein Deadlock.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
This commit is contained in:
2026-09-02 18:01:23 +02:00
co-authored by Claude Opus 5
parent c130c85b17
commit f7805a2180
211 changed files with 31099 additions and 14759 deletions
+142 -53
View File
@@ -1,74 +1,163 @@
# TESM-Lizenzserver
Master-Lizenzserver für [TESM (TimEShepManager)](https://gitea.int.eertmoed.net/alientim/tesm) —
verwaltet Kunden und deren Lizenzen, statt Netzwerkgeräte. Ursprünglich als
Teil des TESM-Hauptrepos gebaut (gleiche Codebasis: Login/Benutzer/Gruppen,
LDAP/AD, NGINX- und Systemeinstellungen, Live-Log/Verlauf/Auditlog,
Im-/Export-Grundgerüst, das komplette Rechtesystem) und in dieses eigene
Repo ausgelagert.
Ausgabe und Verwaltung der Lizenzen fuer TESM: Kunde -> Ticket -> Lizenz,
Aktivierung online und offline, Kundenportal, Selbstbedienung, Versand ueber
MS Graph und eine Hierarchie aus Unter-Lizenzservern.
**Das Projekt ist ausschließlich für Linux ausgelegt** (Zielsystem: eine
Linux-VM, identisches Deployment-Muster wie TESM selbst).
Die verwaltete Anwendung liegt in einem eigenen Repository:
[alientim/tesm](https://gitea.int.eertmoed.net/alientim/tesm). Beide teilen sich
den Kern (`packages/tesm-core`) und das Lizenzprotokoll
(`packages/tesm-licensing`); diese Pakete sind hier mit enthalten, damit sich
das Repository allein installieren laesst.
## Kernfunktionen
## Zweige
- **Kunden-/Lizenzübersicht** als Dashboard (Typ, Module, Ablaufdatum,
Aktivierungsstatus, letzter Heartbeat)
- **Lizenz-Ausstellung**: Trial/Standard/Custom/Enterprise, frei wählbare
Gültigkeitsdauer, bei Custom einzeln wählbare Module
- **Ed25519-signierte Lizenzdateien** (siehe `srv/tesm-license/licensing.py`)
— dieselbe Datei existiert byte-identisch im TESM-Repo, da Client
(TESM) und Master (dieses Repo) exakt dasselbe Signier-/
Verifikationsprotokoll sprechen müssen
- **Online-Aktivierung/-Deaktivierung/-Heartbeat** über eine schlanke
JSON-API (`/api/activate`, `/api/deactivate`, `/api/heartbeat`,
unauthentifiziert per Design — die Signatur der Anfrage selbst ist der
Berechtigungsnachweis)
- **Offline-Fallback**: dieselbe Aktivierungs-/Deaktivierungs-/Heartbeat-
Logik auch als manuell kopierbarer Code für Kunden ohne Netzwerkzugriff
auf den Lizenzserver
- **E-Mail-Versand** ausgestellter Lizenzen per Microsoft Graph
(Client-Credentials-Flow, keine zusätzliche Abhängigkeit) inkl.
Einrichtungsanleitung und Verbindungstest in der GUI
- Eigene Bootstrap-Lizenz des Masters selbst (`create_master_license.py`,
rein lokal, kein externer Super-Master nötig)
| Zweig | Inhalt |
|---|---|
| `main` | dieser Neubau (Version 2.0.0) |
| `SONNET5` | der Stand davor, unveraendert aufbewahrt |
## Installation
---
## Installation auf einem Server
```bash
sudo ./install.sh
sudo bash deploy/install.sh --app tesm-license --https --domain lizenz.firma.de
sudo -u tesm-license tesm-license-admin init-key
sudo -u tesm-license tesm-license-admin bootstrap
sudo -u tesm-license tesm-license-admin create-admin
```
Richtet System-Pakete, die Flask-App (systemd: `tesm-license.service`)
sowie nginx als Reverse-Proxy unter `/srv/tesm-license` ein. Erkennt
selbstständig, ob dort bereits eine Installation existiert, und
aktualisiert sie entsprechend (In-Place bei unverändertem
Datenbank-Schema, sonst mit automatischem Backup + Health-Check +
Rückroll bei Fehlschlag — siehe Kommentarkopf in `install.sh`).
**`init-key` erzeugt den Signaturschluessel dieses Servers. Sichern Sie ihn
sofort.** Ohne ihn laesst sich keine ausgestellte Lizenz mehr erneuern, und
Kunden muessten einen Ausstellerwechsel bestaetigen.
Nach der Erstinstallation:
Zielzustand: **Port 443 mit TLS, Port 80 leitet dorthin um** -- ausser dem
ACME-Pfad, der erreichbar bleiben muss, sonst kann Let's Encrypt nie erneuern.
Sitzt ein eigener Reverse Proxy davor, der TLS beendet, laeuft der Dienst ohne
`--https` schlicht auf Port 80.
Der Lizenzserver darf neben TESM auf demselben Host laufen; nginx unterscheidet
die beiden am Servernamen, und jede Installation hat ihren eigenen `SITE_KEY`
fuer nginx-Site, logrotate, Zertifikate und Sitzungscookie.
### Aktualisieren
```bash
sudo /srv/tesm-license/venv/bin/python3 /srv/tesm-license/create_admin.py
sudo /srv/tesm-license/venv/bin/python3 /srv/tesm-license/create_master_license.py
sudo bash deploy/update.sh --app tesm-license
```
## Update (von einem bereits installierten System aus)
Vor jedem Update entsteht ein vollstaendiges Backup, danach laeuft ein
Health-Check mit automatischem Rollback.
---
## Release bauen
```bash
sudo ./update.sh
# oder für eine bestimmte Version statt "latest":
TESM_RELEASE_TAG=v1.0.0 sudo -E ./update.sh
git tag -a v2.0.0 -m "TESM-Lizenzserver 2.0.0" && git push origin v2.0.0
bash deploy/release.sh v2.0.0
```
Lädt das aktuelle Gitea-Release herunter und übergibt an `install.sh`.
Heraus kommt `tesm-license-v2.0.0.tar.gz` samt SHA-256. Der Name kommt aus dem
Repository -- ein Lizenzserver-Release, das `tesm-...` heisst, verwechselt man
genau einmal.
## Zusammenspiel mit TESM
---
Eine TESM-Instanz aktiviert sich gegen genau einen Lizenzserver
(`master_endpoint`, in der Lizenzdatei hinterlegt). Ein Protokoll, zwei
Transportwege: online automatisch per HTTPS/JSON, offline als manuell
auszutauschender Code — beide Seiten nutzen dieselben Funktionen aus
`licensing.py`. Details zum kryptografischen Format und Ablauf siehe die
Docstrings in `srv/tesm-license/licensing.py` bzw. dem identischen Modul
im [TESM-Repo](https://gitea.int.eertmoed.net/alientim/tesm).
## Entwicklung
```bash
python -m venv .venv && . .venv/bin/activate
pip install -e packages/tesm-licensing -e packages/tesm-core -e apps/tesm-license
pip install pytest
pytest tests -q
```
Ohne gesetzte Umgebungsvariablen legt die Anwendung ihre Daten unter
`instance/tesm-license/` im Arbeitsverzeichnis an -- kein Zugriff auf `/srv`
oder `/var/log` noetig.
```bash
TESM_LICENSE_DEBUG=1 flask --app tesm_license run
```
---
## Verwaltung von der Kommandozeile
```bash
sudo -u tesm-license tesm-license-admin status
sudo -u tesm-license tesm-license-admin init-key # Signaturschluessel
sudo -u tesm-license tesm-license-admin bootstrap # Grunddaten
sudo -u tesm-license tesm-license-admin create-admin
sudo -u tesm-license tesm-license-admin migrate-legacy # Altbestand uebernehmen
```
`migrate-legacy` liest die SQLite-Datei eines alten Lizenzservers **nur lesend**,
uebernimmt dessen Signaturschluessel und stellt die Lizenzen mit ihrer
restlichen Laufzeit neu aus. Wird der Schluessel nicht uebernommen, muessen
Kunden den Ausstellerwechsel einmal bestaetigen.
---
## Lizenzprotokoll in Kurzform
* Ed25519, getrennte Signaturkontexte je Nachrichtenart
(`tesm/license-file/v2\0`) -- eine Signatur aus einem Kontext ist in einem
anderen nicht verwendbar.
* Kanonisches JSON, damit dieselbe Aussage genau eine Signatur hat.
* Nonce gegen Wiedereinspielung, `seq` gegen das Zurueckrollen auf eine aeltere
Lizenz.
* Aussteller wird beim ersten Kontakt gemerkt (TOFU); ein Wechsel muss
ausdruecklich bestaetigt werden.
* Der Fingerabdruck der Maschine enthaelt **keinen** Hostnamen -- Umbenennen
brach im Vorgaenger die Bindung.
* Offline-Aktivierung ueber einen kurzen Code in beide Richtungen; die Lizenz
bleibt auf dem Server als "Aktivierung offen" markiert, bis sie zurueckkommt.
---
## Dokumentation
| | |
|---|---|
| [docs/ARCHITEKTUR.md](docs/ARCHITEKTUR.md) | Aufbau, Schnitte und die Gruende dafuer |
| [docs/SICHERHEIT.md](docs/SICHERHEIT.md) | Anmeldung, Sitzungen, CSRF, Geheimnisse, Rechtetrennung |
| [docs/BETRIEB.md](docs/BETRIEB.md) | Installation, Update, HTTPS, Sicherung, Fehlersuche |
---
## Tests
```bash
pytest tests -q
```
Dazu zwei Skripte, die **auf dem Zielhost gegen laufende Installationen**
sprechen -- ueber nginx, gunicorn und echtes TLS. Sie werden nicht
mitinstalliert (`install.sh` laesst `tests/` aus); bei Bedarf dorthin kopieren:
```bash
python3 tests/e2e_license_server.py https://lizenz.host admin 'Passwort'
python3 tests/e2e_license.py https://lizenz.host https://host admin 'Passwort' http://127.0.0.1:5001
```
Das zweite spielt den vollstaendigen Lizenz-Lebenszyklus ueber **beide**
Anwendungen durch: ausstellen, herunterladen, einspielen, online aktivieren,
Module pruefen, Heartbeat, neue Revision, Widerruf. Es braucht deshalb auch eine
laufende TESM-Installation.
---
## Was diese Fassung anders macht
* **Keine doppelte `licensing.py`.** Ein Paket, das beide Anwendungen
installieren -- statt zweier Dateien, die byte-identisch bleiben sollen.
* **Kein root fuer die Anwendung.** Ein einziger allowlisted Helfer mit
Argumentpruefung.
* **CSRF-Schutz ueberhaupt.** Der Vorgaenger hatte keinen.
* **Rechte werden serverseitig geprueft**, nicht nur im Template ausgeblendet.
* **Keine Lizenz ohne Endpunkt.** Eine Ausstellung ohne `master_endpoint` wird
abgelehnt statt eine Lizenz zu erzeugen, die sich nie aktivieren kann.
* **Verschachtelte Datenbankverbindungen sind ein Fehler**, kein Deadlock.